Pilze: Wundersame Mischwesen mit positiver Wirkung auf unsere Gesundheit

Schon seit Jahrtausenden ist die Medizin der Pilze (Mykotherapie) in verschiedenen Kulturen der Welt bekannt. In Asien sind Vitalpilze schon seit jeher ein fester Bestandteil der Chinesischen Medizin. Die sogenannten Vitalpilze eignen sich zur Prävention ebenso gut wie bei akuten Beschwerden. So werden sie beispielsweise zur Stärkung der Abwehrkräfte, zur Blutdruck- und Zuckerregulierung, Leberstärkung und Entgiftung, zur Behandlung von Allergien, Reduzierung von Übergewicht und vor allem zur Verbesserung der Vitalität eingesetzt.
Weder Pflanze noch Tier

Pilze sind sonderbare Mischwesen: Obwohl sie scheinbar aus der Erde wachsen, fallen sie botanisch gesehen nicht unter die Pflanzen. Sie besitzen einen anderen Stoffwechsel und gewinnen ihre Energie nicht wie die Pflanzen durch Photosynthese, sondern ernähren sich von organischen Stoffen und Mineralien. Zur Tierwelt gehören sie jedoch ebenso wenig, da ihr Zellaufbau sich von jenem der Tiere unterscheidet. Pilze gehören einer ganz eigenen Gattung an. Sie sind sogenannte Fadenwesen, die unter der Erde ein verborgenes Leben führen und sich mit ihren fadenförmigen Armen im Waldboden ausbreiten. Dabei übernehmen sie eine wichtige Aufgabe: Sie zersetzen organisches Material und führen die Bestandteile in den Kreislauf des Lebens zurück. Somit leisten sie eine wichtige Aufräum- und Reinigungsarbeit, ohne die es beispielsweise den Wald in seiner Form nicht geben würde.

Das Geheimnis der gesund­heitsfördernden Pilze

Ende der Sechzigerjahre begannen japanische Forscher mit der Untersuchung von Vitalpilzen. Sie konnten erstmals nachweisen, dass gewisse Pilze in der Lage sind, das Tumorwachstum zu bekämpfen. Anhand weiterer Studien konnten sie bei mehr als 700 Pilzarten eine pharmakologische Wirkung nachweisen. Besonders hervorzuheben: Die immunstärkende Wirkung bei den meisten Pilzen.

Vitalpilze werden frisch, getrocknet, in Form von Pulver, Tabletten, Tropfen, Kapseln oder als Bestandteil von Kräutermischungen von Therapeuten und Ärzten der traditionellen chinesischen Medizin angeboten. Dabei ist wichtig zu wissen: Die Mykotherapie ist keine reine Alternativmedizin. Ob die Pilze allein Krankheiten zuverlässig heilen, muss erst noch bewiesen werden. In ihnen steckt aber durchaus ein medizinisches Potential.

Nachfolgend stellen wir dir ein paar ausgesuchte Vitalpilze etwas genauer vor.

Mandelpilz (Agaricus blazei murrill): Der Mandelpilz stammt aus den Regenwäldern Brasiliens. Die Einheimischen nannten ihn «Pilz des Gottes» und verwendeten ihn nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch mit Erfolg bei ernsthaften Erkrankungen. Erst vor etwa 40 Jahren untersuchten Forscher den Pilz genauer und bestätigten die positiven Erfahrungen der brasilianischen Einheimischen. Inzwischen hat der Mandelpilz einen festen Platz in der Naturheilkunde und ist in Japan, Brasilien und den USA offiziell als Antikrebsmittel zugelassen. In Europa steigt der Bekanntheitsgrad dieses Pilzes zunehmend.

Dem Mandelpilz wird eine Antitumor-Wirkung zugeschrieben, weshalb er begleitend zur Krebstherapie eingesetzt wird. Aber auch bei Leberleiden, Diabetes, Allergien und Hautproblemen soll er eine positive Wirkung haben.

Chinesischer Raupenpilz (Cordyceps sinensis): Der Cordyceps sinensis (Raupenpilz) ist ein seltener Pilz, der hauptsächlich in 3000 bis 5000 Meter Höhe auf den feuchten Bergwiesen des Himalaya-Hochgebirges wächst. Aufgrund seiner Seltenheit ist der wild gewachsene Pilz fast unbezahlbar.

Der Raupenpilz wird gerne bei Problemen im Bereich der Geschlechtsorgane eingesetzt. So soll er die sexuelle Aktivität steigern und die Fruchtbarkeit regulieren. Oft wird der Raupenpilz auch wegen seiner positiven Wirkung auf das Herz und die Atmungsorgane verschrieben.

Igelstachelbart (Hericium erinaceus): Der sehr seltene Igelstachelbart wächst meist an Eichen und Buchen und gedeiht am besten in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit. Eine besondere Stärke dieses Pilzes ist seine gleichermassen gute Wirkung auf Körper und Psyche. So wirkt er etwa beruhigend und harmonisierend in schwierigen und stressigen Lebensumständen. Er hat eine anregenden Effekt auf das ganze Verdauungssystem und stimuliert das Nervenwachstum. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird er deshalb oft bei Multipler Sklerose eingesetzt.

Shiitake (Lentinula edodes): Die Heimat des Shiitake ist Ostasien. Er gilt als einer der wichtigsten Speisepilze weltweit. Doch nicht nur in der Küche, sondern auch als Vitalpilz ist er gefragt, denn er ist äusserst reich an Eiweiss, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien. Zum Einsatz kommt er bei Erkältung und Grippe, bei Stoffwechselproblemen und rheumatischen Erkrankungen. Ärzte und Therapeuten set­zen ihn ausserdem zur Unter­stützung des allgemeinen Wohlbefindens bei Arteriosklerose, Herz­-Kreislauf­-Er­krankungen und zur begleitenden Behand­lung bei Krebspatienten ein.

Reishi (Ganoderma lucidum) : Die Chinesen bezeichnen ihn als «Göttlicher Pilz der Unsterblichkeit», denn der Reihsi gilt als das Anti-Aging-Mittel schlechthin. Er hat seinen Ursprung in Asien, ist aber auch in Wäldern, Parks und Gärten in Europa anzutreffen. Da sein Fleisch holzig schmeckt, ist er als Speisepilz ungeeignet. Umso beliebter ist er als Vitalpilz. Neben seiner Anti-Aging-Wirkung hat er einen positiven Einfluss auf das Immunsystem, fördert begleitend eingesetzt das Wohlbefinden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wirkt entgiftend auf die Leber. Gemäss TCM hilft der Reihsi auch bei Einsschlafstörungen, allergisch bedingten Hautproblemen und lindert Heuschnupfensymptome.

Möchtest du mehr über Vitalpilze erfahren? Wir beraten dich gerne.

Weiterführende Links

Geschellschaft für Vitalpilzkunde Schweiz (GFVS)

Heilpilze – Vergessenes Wissen mit Potential

Was der Mensch von Pilzen lernen kann

The Merit of Medicinal Mushrooms from a Pharmaceutical Point of View

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